Mehr als jede zweite Pflegegeld-Klage endet mit einer höheren Stufe. Wer zu niedrig eingestuft ist, verliert bis zu 529 € — jeden Monat.
Die Einstufung entscheidet über hunderte Euro im Monat — und sie ist oft zu niedrig. Wer klagt, bekommt in über der Hälfte der Fälle eine höhere Stufe zugesprochen. Dieser Report zeigt anhand öffentlicher Zahlen, wie groß das Problem ist und was auf dem Spiel steht.
Echte Daten, keine Schätzungen. Alle Werte und Quellen sind unten unter „Datengrundlage & Quellen" belegt.
Was eine zu niedrige Stufe kostet
Zwischen zwei benachbarten Pflegestufen liegen je nach Höhe zwischen 174 € und 529 € im Monat. Genau diese Summe entgeht Ihnen, wenn Sie eine Stufe zu niedrig eingestuft sind. Alle Beträge sind die gesetzlichen Pflegegeld-Sätze 2026.
| Wenn Sie statt … | … tatsächlich Anspruch auf … | Differenz / Monat | Differenz / Jahr |
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501.237 Menschen beziehen Pflegegeld — mit deutlichen Unterschieden zwischen den Ländern
Bezieher:innen und durchschnittliche Pflegestufe (Jahresdurchschnitt 2025, Statistik Austria) sowie die durchschnittliche Verfahrensdauer bis zum Bescheid (Ø 2019–2025, parlamentarische Anfragebeantwortung). Gerade die Wartezeit ist ein Grund, warum viele zunächst gar kein oder zu wenig Geld erhalten.
Pflegegeld-Bezieher:innen
höherer Wert = dunklerBundesland antippen oder mit der Tastatur fokussieren — Details erscheinen rechts.
Ranking
Alle Werte als Tabelle
| Bundesland | Bezieher:innen 2025 | Ø Pflegestufe | Ø Verfahrensdauer |
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Datengrundlage & Quellen
Seit über zehn Jahren enden nach übereinstimmender Erfahrung von Arbeiterkammern und Sozialrechtsexpert:innen mehr als die Hälfte der Pflegegeld-Klagen mit einer höheren Einstufung als im ursprünglichen Bescheid. Konkret belegt: Die AK Vorarlberg brachte 2022–2024 611 Fälle vor Gericht — in über der Hälfte wurde eine höhere Pflegestufe zugesprochen.
AK Vorarlberg — Pflegegeld-Antrag & Einstufung · Diakonie — Wissenswertes zur Pflegegeld-Klage
Die Differenzbeträge sind die gesetzlichen monatlichen Pflegegeld-Sätze 2026 (Bundespflegegeldgesetz, Valorisierung +2,7 %), Quelle BMSGPK / oesterreich.gv.at. Der Monatsbetrag mal zwölf ergibt die Jahresdifferenz.
Das Pflegegeld wurde von 1993 bis 2020 nicht an die Inflation angepasst und verlor dadurch rund 37 % an Kaufkraft (AK-Präsident Andreas Stangl, 20. 12. 2022). Erst seit 2020 wird jährlich valorisiert — was den historischen Wertverlust nur teilweise ausgleicht.
AK Oberösterreich — Pflege muss leistbar bleiben
Statistik Austria, „Pflegegeldbezieher:innen nach Bundesländern und Ausland 2015–2025" (Jahresdurchschnitt 2025). Die Ø Pflegestufe ist der mit den amtlichen Bezieherzahlen je Stufe (1–7) gewichtete Mittelwert — aus den echten Verteilungen berechnet, nicht geschätzt (Österreich gesamt: 501.237 Bezieher:innen, Ø Stufe 2,77). Die Verfahrensdauer (Ø 2019–2025) stammt aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Sozialministerin Korinna Schumann.
statistik.at → Bundespflegegeld · derStandard · 5min.at
Unabhängige Zusammenstellung öffentlich verfügbarer Daten — kein amtlicher Datensatz. Die Klage-Erfolgsquote beruht auf Beratungs- und Verfahrenspraxis der Arbeiterkammern, nicht auf einem amtlichen Register. Bei Abdruck bitte die jeweilige Originalquelle sowie derpflegegeldrechner.at nennen. Stand der Zusammenstellung: 2026.